Die AJS unterstützt rund zwanzig jüdische Kleingemeinden in ganz Weissrussland in ihrem Bestreben, das Gemeindeleben zu erneuern und aktiv zu gestalten. Die nach der Perestroika neu entstandenen Gemeinden fördern die jüdische Identität und Kultur auf viele verschiedene Arten. Sie vermitteln jüdisches Wissen und engagieren sich besonders in der Erziehung und der Jugendarbeit. Sie versuchen, an das blühende jüdische Leben vor dem Zweiten Weltkrieg anzuknüpfen, das Erbe freizulegen und zu erhalten.

Wir unterstützen die Kleingemeinden finanziell und arbeiten dabei eng mit der «Union of Belarussian Jewish Organizations and Communities» UBJOC zusammen. Jährlich stellen wir der Union einen Betrag zur Verfügung und überlassen ihr die Auswahl der Gemeinden. Die AJS trägt den Hauptteil des Union-Budgets für die Kleingemeinden. Jedes Jahr besuchen wir eine andere Kleingemeinde. Dabei erhalten wir Einblick in die jeweilige Organisation, die mit viel Elan und Idealismus versucht, wieder jüdisches Leben in eine kleine Stadt zu bringen.

Zurzeit sind in der Union 45 Kleingemeinden registriert. Jede Gemeinde schickt einen Vertreter oder eine Vertreterin in den UBJOC-Rat. Der Rat trifft sich mindestens alle drei Monate, meist in Minsk, und bespricht wichtige Themen. Laut Victoria Brumina, «General Manager» der Union, hat sich die Zahl der Gemeinden in den letzten zehn Jahren reduziert, da die älteren Mitglieder sterben und die jungen in die Grossstädte ziehen.

Folgende Gemeinden hat der AJS-Vorstand in den letzten Jahren besucht:

  • Wizebsk (Witebsk) 2018
  • Sluzk 2017
  • Hrodna (Grodno), 2016
  • Brest, 2015
  • Babrujsk (Bobruisk), 2014
  • Baryssau (Borissow), 2013
  • Sluzk und Salihorsk (Soligorsk), 2012
  • Baranawitschy (Baranowitsch), 2011

Die Arbeit der Union geht über die Unterstützung der Kleingemeinden weit hinaus: Sie vertritt die Interessen der jüdischen Bevölkerung gegenüber der Regierung, koordiniert die jüdischen Bildungseinrichtungen, fördert die Entstehung neuer jüdischer Organisationen, pflegt Kontakte mit jüdischen Organisationen in Israel und anderen Ländern und fördert insbesondere den kulturellen und wissenschaftlichen Austausch, überwacht den Antisemitismus und versucht, das Andenken an den Holocaust zu bewahren.